Felsenmeer im Odenwald

Mächtige, rundliche Felsblöcke ziehen sich wie ein steinerner Strom etwa einen Kilometer lang den Felsberg hinab. Das Felsenmeer wurde bereits von den Römern und später durch die örtlichen Steinmetze zur Steingewinnung genutzt. Heute ist das Felsenmeer ein beliebtes Naherholungsgebiet und Ausflugsziel für Familien und Wanderer.  Am oberen Ende des Felsenmeers befindet sich eine kleine Quelle, deren Rinnsal zwischen den Felsen hinab ins Tal fließt und schließlich im Graulbach mündet.


Der Sonntag beginnt mit Regen… er wird uns leider auch den ganzen Tag über immer wieder begleiten. Wir haben es nicht besonders eilig mit dem Losfahren und bleiben bei einem Kaffee noch etwas länger im Bett sitzen. Anschließend muss ich auch noch durch den Regen in die Klinik stapfen, um den Stellplatz zu bezahlen. Danach kann es aber losgehen.

Über ein paar Serpentinen geht die Straße von Bad Wimpfen hinunter an den Neckar und an das Solefreibad. Wir fahren ein Stück  links vom Neckar entlang. Dies ist die schönere Seite, da hier keine Bundesstraße und keine Eisenbahnlinie die Idylle stört. Bei Neckarelz geht es an das rechte Ufer. Ab hier fahren wir im Regen und Nebel. Um die Burgen und Schlösser, die sich entlang des Neckars aufreihen, wabert mystischer Nebel. Über Eberbach und Hischhorn fahren wir hinein in den Odenwald und entkommen so den tiefhängenden Wolken im Neckartal. Ab Waldmichelbach führt und das Navi auf eine enge Straßen in das Tal des Mörlebachs. Eine sehr schöne Strecke. In Rimbach ist dann die Ortsdurchfahrt wegen eines Dorffestes gesperrt und keine Umleitung ausgeschildert. Der ganze Verkehr versucht mühsam eine Umfahrung über die Wohngebiete zu finden, steckt aber irgendwann im Chaos der engen Gassen fest! Iwan natürlich mittendrin!!! Letztlich bleibt uns nichts anderes übrig, als einen großen Bogen um Rimbach zu fahren und über Heppen- und Bensheim zum Felsenmeer zu gelangen.

Das spektakuläre Naturdenkmal Felsenmeer liegt an den Hängen des Felsbergs im Lautertal und ist das Produkt von geologischen Prozessen, die vor etwa 340 Millionen Jahren begannen. Damals drifteten zwei Kontinente aufeinander zu und kollidierten im Gebiet des heutigen Odenwaldes. An dieser „Nahtstelle“ bildete sich ein riesiges Gebirge, in großer Tiefe schmolz das Gestein und stieg als flüssiges Magma auf. Es erkaltete vor etwa 330 Millionen Jahren im „Kern“ der aufgestapelten Berge zu einem dem Granit ähnlichen Gestein, dem Melaquarzdiorit. Im Laufe der folgenden Jahrmillionen wurde die Oberfläche des Felsberges abgetragen und somit die darunter liegenden Felspartien freigelegt. Während der Abkühlung des glutflüssigen Gesteins bildeten sich Risse (Klüfte), die „den Berg“ in viele große Blöcke zerteilten. Der Zerfall der Gesteine war besonders stark im Tertiär (vor etwa 50 Millionen Jahren) und wurde durch das Eindringen von Wasser ausgelöst. Als Ergebnis dieser Vorgänge gibt es heute die runden Blöcke, „Wollsäcke“ genannt, umgeben von dem wie Kies wirkenden, zersetzen Gesteinsschutt, dem Grus. (Zitat)

Die Riesensage über die Entstehung des Felsenmeers
Die Riesensage Vor langer Zeit sollen im Lautertal zwei Riesen gelebt haben – der eine auf dem Felsberg, der andere auf dem Hohenstein. Eines Tages bekamen sie Streit und begannen, Felsbrocken aufeinander zu werfen. Der Riese vom Hohenstein hatte den Vorteil, dass er viel mehr Steine zum Werfen hatte. Von Steinen getroffen wurde der hier lebende Riese und unter einem „Meer von Felsen“ begraben – so entstand dieser Ort, der als „Felsenmeer“ bekannt wurde! Dies ist natürlich nur eine Legende, aber es gibt zwischen Reichenbach und Beedenkirchen wirklich ein Meer von Felsen im Odenwald – die eigentliche Entstehung ergab sich aber aus einem Wechselspiel zwischen Geologie und Natur und nicht aus einem Streit zwischen zwei Riesen! (Zitat)

Es schüttet ziemlich heftig bei unserer Ankunft. Trotz des Wetters und der fortgeschrittenen Zeit ist der Parkplatz am Felsenmeer proppenvoll. Ein Platz findet sich dennoch, der groß genug für Iwan ist. Dort warten wir erst einmal ab, bis der Regen nach lässt. Mit Regenjacke und festen Schuhen ausgerüstet erkunden wir bei leichtem Nieseln das Felsenmeer. Einen ausgiebigeren Spaziergang verschieben wir auf den nächsten Tag, dann soll besseres Wetter sein.

Mit fortschreitender Dunkelheit leert sich der Parkplatz und wir stellen uns an den Rand unter die Bäume, damit Iwan nicht so sehr auffällt und am nächsten Tag auch im Schatten steht. Der Parkplatz ist kein offizieller Wohnmobilstellplatz, die Parkgebühr für einen Tag beträgt 3€.

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