Trani

Mit Regen und Wind beginnt der kalte Tag. Dieses Wetter wird uns die nächsten 6 Tage weiter begleiten. Insgesamt war heute ein bisschen Chaos: Es fängt schon damit an, dass beim Anfahren der Entsorgungsstation die Trittstufe von Iwan laut kreischend auf der Rampe aufsetzt; vor- oder zurückfahren ist ohne größere Schäden nicht mehr möglich. Wir müssen Unterlegkeile unter den Vorderrädern platzieren, um etwas mehr Luft zwischen Trittstufe und Rampe zu bekommen. Aber alles geht zum Glück ohne Schäden über die Bühne.

Bei dem Regen soll uns wenigstens eine schöne Fahrtroute über Ascoli Satriano und dann entlang des Flusses Ofanta etwas Abwechslung bieten.  Zunächst geht der Weg über endlos gerade Straßen durch genauso endlose Felder.  Die tiefen Abwassergräben links und rechts sind teilweise vollgemüllt mit Plastik oder sonstigem Abfall. Ascoli liegt malerisch auf einem Hügel. Wir fahren hinauf in ein schönes, sehenswerte Dorf und verirren uns dort in den engen Gassen. Ein hilfsbereiter Ortskundiger hält seinen Wagen an, springt raus und erklärt uns den Weg zurück. Nach ein paar Kurven stehen wir auf einem Platz, auf den nur Einbahnstraßen münden. Nur eine Gasse führt auf legale Weise vom Platz weg und aus Ascoli hinaus. Aber keine Chance mit Iwan durch diese Gasse zu kommen! Aus Angst um seine Hausecke springt ein hilfsbereiter Anwohner auf die Straße, zerrt schnell noch den deutsch sprechenden Großvater aus dem Wohnzimmer und gemeinsam zeigen sie uns die Einbahnstraße, die wir einfach in der falschen Richtung hinausfahren sollten.

Nach diesem kleinen Abenteuer steuern wird die breite SS93 an, um an die Küste und Richtung Trani zu fahren. In Trani angekommen, suchen wir einen Parkplatz für Iwan. Das Navi ist dabei keine große Hilfe und die Hinweisschilder verlieren sich im Nirvana. Wieder hilft uns ein Ortskundiger und schickt uns in die engen Gassen der Altstadt. Über teilweise zugeparkte Wege (Straßen kann man das nicht nennen!) mit überhängenden Balkonen samt flatternder Bettwäsche, die unser Dach ein wenig säubert, finden wir den genialen Parkplatz zwischen Kathedrale und Kastell, direkt am Meer. Mit dieser Aussicht bleiben wir gerne über Nacht! Das Wetter verschlechtert sich noch weiter: der Sturm wird stärker und mit ihm die Regenmengen. Iwan wackelt heftig vor sich hin… So rechte Lust auf einen ausgiebigen Stadtrundgang kommt bei uns nicht auf. Wir gehen aber in die Kathedrale, laufen an den Hafen und schauen noch kurz in die Altstadtgassen.

Schlicht berauschend ist der Anblick der Kathedrale am Meer. Es sind aber auch der alte Stadtkern, das jüdische Viertel mit seinen Synagogen, das Castello Svevo, das zu drei Vierteln am Meer liegt, die Adelspaläste am Hafen, die alten Kirchen und das Tribunal, die diese Stadt absolut unvergesslich machen. Das alte Seefahrts- und Handelszentrum Trani, das heute einen modernen Stadthafen voller Segel- und Motorboote hat, ist aus rötlichem Stein gebaut, der aus dem Untergrund gewonnen wurde – eine Farbe, die dem Betrachter zusammen mit einer kompletten „Museumsstadt“ in Erinnerung bleibt, die es gänzlich zu entdecken gilt. … (Zitat: puliaimperale turismo)

So geht ein etwas chaotischer Tag mit kaltem, schlechtem Wetter zu Ende. Wir verbringen den Abend zufrieden bei einem köstlichen Mahl im trockenen Iwan und hören den Regentropfen zu, die aufs Dach prasseln. Wie schön, dass wir IWAN haben 🙂

Route

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One Reply to “Trani”

  1. sandra

    Diese Art von Strassen kommen mir doch sehr bekannt vor ……sind aber naklar mit dem Fahrrad etwas einfacher zu passieren :-))
    Heute bekommt das Bild in Trani mit dem Regenbogen von mir die Goldmedaille :-))

    Bussi und weiter so!!! Liest sich heeeeerrrrlich!!!!

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