Moore, Höhlen und Alpenlandschaft

Ein Besuch bei Freunden im Oberallgäu nutzen wir für eine kleine Wohnmobiltour durch Oberschwaben. Ähnlich wie auf der Schwäbischen Alb gibt es in Oberschwaben wasserarme und von Höhlen durchzoge Landschaften. Es finden sich dort aber auch wasserreiche Moorlandschaften, die früher für intensiven Torfabbau genutzt wurden. Diese Wohnmobiltour führt und zu Mooren, Höhlen und in die sanften Allgäuer Berglandschaften.

01. Juli 2022: Wurzacher Ried

Vom Bodensee fahren wir über Pfullendorf, Aulendorf nach Bad Wurzach. Dort liegt mit dem Wurzacher Ried das größte und bedeutendste Moorgebiet in Süddeutschland. Wir parken am Oberschwäbischen Torfmuseum. Zwei Mal im Monat fährt von dort eine alte Moorbahn durch das Naturschutzgebiet. Heute leider nicht. So bleibt uns nichts anderes übrig als zu Fuß das Moor zu erkunden. Zuerst über den Moorlehrpfad und viele Bohlenwege zum Riedsee. Dann entlang eines schönen Weges zu den Haidgauer Quellseen. Oft bleiben wir stehen um die Moorlandschaft oder die vielen Schmetterlinge zu fotografieren. Zum Glück werfen wir an den Quellseen einen Blick auf die Uhr und sehen, dass in einer halben Stunde ein Tisch im Gasthof Engel in Haidgau reserviert ist. Zu Iwan zurück zu laufen dauert zu lange. Aber von den Quellseen direkt nach Haidgau zu gehen, dafür reicht die Zeit.

Nach dem Essen gehen wir zum Parkplatz am Torfmuseum und müssen uns einen neuen Übernachtungsplatz überlegen. Denn, wie ursprünglich geplant, auf dem Parkplatz am Gasthof Engel zu übernachten, erscheint uns nicht mehr so attraktiv. Nach einiger Recherche findet sich ein möglicher Platz auf der Grabener Höhe. Der Parkplatzplatz ist recht klein und zusätzlich schief, aber toll gelegen mit einem super Ausblick. An dem Platz ist mit Erlaubnis des Besitzers sogar Zelten möglich. Sowohl Anfahrt, als auch Parkmöglichkeit ist für über 6m Mobile nicht zu empfehlen. Nach einigem hin und her überlegen, entscheiden wir hier ober zu bleiben. Die Schieflage beim Schlafen wird schon irgendwie zu meistern sein.

Der Wanderweg

02. – 04. Juli 2022: Von Bad Wurzach ins Allgäu

Trotz nächtlichen Rutschpartien haben wir gut und vor allem ruhig geschlafen. In Bad Wurzach steht noch ein kurzer Zwischenstopp mit Stadtbesichtigung und einem weiteren Spaziergang durchs Ried auf dem Programm.

Dann geht es weiter nach Kreuzthal um gute Freunde zu besuchen. Mittags gehen wir zum Mittag essen in das Haus Tanne (nur am Wochenende geöffnet) im benachbarten Eisenbach. Dort gibt es gutes Essen, guten Kuchen und einen schönen Biergarten Tipp.

Die kommenden Tage verbringen wir mit einigen Wanderungen, viel Zeit auf der Terrasse und werden von unseren Freunden ganz arg verwöhnt.

05. Juli 2022: An die Iller

Nach dem Abschied in Kreuzthal steuern wir zuerst den Wohnmobilplatz in Altusried zur Ver- und Entsorgung an. Ein paar Kilometer nördlich, bei Illerbeuren, ist der nächste Halt. Schön im Schatten findet Iwan ein Plätzchen. Von dort starten wir auf der Glücksgabenrunde hinauf zum Schloss Kronburg. Auf dem Rückweg, in Illerbeuren, liegt das Bauernhofmuseum mit seinem schönen Gasthof und Biergarten Tipp. Ein idealer Halt für eine Stärkung oder Erfrischung. Leider hat die Küche schon Feierabend, aber ein kühles Getränkkönnen wir noch bestellen. So gestärkt gehen wir über die historische Illerbrücke auf die andere Seite zu den Aussichtspunkten über dem Fluss.

Bis 1972 hatte Illerbeuren einen Bahnhof und die Strecke Memmingen-Legau überquerte der Brücke die Iller. Heute dient die aufwändig renovierte Brücke Fahrradfahrern und Fußgängern als Flussquerung.

Der Wanderweg

06. Juli 2022: Lonetal, die Wiege der Menschheit

Langsam führt die Tour immer weiter in den Norden. Über Memmingen und Ulm kommen geht es nach Lindenau. Aber zuerst checken wir den Stellplatz in der kleinen Gemeinde Öllingen. Leider ist es dort micht schattig und auch nicht so heimelig. Also weiter nach Lindenau zum Gasthaus zum Schlössle. Das Navi führt uns über “einspurige” Feldwege ohne Ausweichmöglichkeiten dorthin. Zum Glück kommt uns kein Trecker oder Mähdrescher entgegen.  In Lindenau steigen wir in den Rundweg durch das Lonetal ein. Vor gut 40.000 Jahren siedelten unsere Vorfahren im Lonetal und nutzen die vielen Höhlen als Unterkunft. Der berühmte Löwenmensch aus der Altsteinzeit wurde 1939 im Hohlenstein gefunden. Das Lonetal eignet sich auch hervorragend für Fahrradfahrer. Im Tal, entlang der wichtigen Höhlen (Bocksteinhöhle, Hohlenstein, Vogelherdhöhle) führt ein Archäopfad.

Die 3 Höhlen im Lonetal sind Teil des UNESCO-Welterbe „Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb“. Einzigartige Elfenbeinschnitzereien aus der Altsteinzeit und sogar Spuren des Neandertalers wurden hier entdeckt. Von der Akademie der Geowissenschaften Hannover wurde das Lonetal als „Nationaler Geotop“ ausgezeichnet.

Eine Einkehr im Biergarten des Gasthauses Schlößle Tipp ist der Abschluss unserer Wanderung durch das schöne Tal.

Der Wanderweg

07. Juli 2022: Rosenstein und Essingen

Am nördlichen Rand der Schwäbischen Alb, bei Heubach” liegt der Rosenstein. Auf der Erhebung sind 40 Höhlen bekannt, von mehreren Aussichtpunkten blickt man ins Remstal und ganz oben sind die Reste der ehemaligen Burg Rosenstein zu finden. Ein Rundweg führt an mehreren Höhlen und an dem bei Kletterern beliebten Sophienfelsen entlang. Oben auf dem Rosenstein liegt mitten im Wald ein großer Wanderparkplatz, der aber nur für Fahrzeuge bis 3,5t über eine kleine Zufahrt zu erreichen ist. Nicht weit vom Parkplatz entfernt liegt die Waldschenke Rosenstein.

Den ganzen Tag war es trüb und windig. Als wir nach der Wanderung bei Iwan ankommen, fängt es auch noch zu regnen an. Bei trüben Wetter, mitten im finsteren Wald stehen zu bleiben, dazu habe ich keine Lust. Wir fahren weiter nach Essingen um uns dort den Schlosspark und einen Kunstweg anzuschauen. Auf einem Parkplatz nahe dem Schlosspark finden wir den letzten Übernachtungsplatz unseres Wohnmobilausflugs.

Wanderung auf dem Rosenstein

Routenverlauf

2 Replies to “Moore, Höhlen und Alpenlandschaft”

  1. Gabi

    Eine hübsche Tour habt ihr gemacht 👍
    Als Einheimische möchte ich bemerken, daß das Wurzacher Ried in Oberschwaben liegt, aber nicht auf der Schwäbischen Alb und schon gar nicht im Osten der Alb. Die Schwäbische Alb reicht im Osten bis etwa Bopfingen/Neresheim und geht dann über in die Fränkische Alb.
    Ihr wart im württembergischen Allgäu, das Oberallgäu ist die Region um Oberstdorf.

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    • wspword Post author

      Vielen Dank für den Hinweis. Das hätte ich mir, wegen des “Oberschwäbischen Torfmuseums”, auffallen müssen. Ich habe die Region südlich der Donau immer der Schwäbischen Alb einverleibt. Wieder etwas gelernt. Der Text wurde angepasst.

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