Idylle, Überraschungen und Ziegen

Die letzte Etappe der Wohnmobiltour quer durch Deutschland führt uns über Münnerstadt, Röttingen an der Tauber und Günzburg bis nach Lindau. Unterwegs finden wir schöne Stellplätze und entdecken die sehenswerte Altstadt von Dinkelsbühl und Kempten. Nach gut 3 Wochen endet die Reise auf der Landesgartenschau in Lindau am Bodensee.

14. August 2021: Übernachtung an der Talkirche

Nach dem Rundgang durch den Schlosspark Liebenstein kehren wir zufrieden zu Iwan zurück. Die morgendliche Kühle war gut genutzt, viele tolle Aussichtpunkte lagen am Weg und es wäre wirklich schade gewesen, das zu versäumen. Es ist mittlerweile sommerlich warm und so haben wir nichts dagegen, im klimagekühlten Auto ein Stück weiter zu fahren. Zunächst ins Tal hinunter nach Bad Liebenstein an die Werra, der wir bis zur Mündung der Sülze bei Meiningen folgen. Dann weiter nach Mellrichstadt, Bad Neustadt an der Saale bis Münnerstadt.

Auf dem “Stellplatz an der Lache” in Münnerstadt gibt es erst einmal einen kleinen Imbiss. In der Wärme auf diesem staubigen Platz zu bleiben, haben wir keine Lust und verschieben auch den Stadtrundgang durch Münnerstadt auf die kühleren Morgenstunden am nächsten Tag. Zum Glück habe ich eine Übernachtungsmöglichkeit 3 km von Münnerstadt entfernt entdeckt, die in keiner der üblichen Wohnmobilisten-Apps zu finden ist. Dorthin führt ein sehr schmalen Zufahrtsweg entlang der Bahnlinie. An der Talkirche angekommen, liegt der etwas schiefe Parkplatz ganz verlassen da und es ist kein Problem Iwan im Schatten abzustellen. Rund um die Kirche stehen viele Bänke und auch Picknicktische, ganz gemütlich ist es da.

Zeit für einen Spaziergang bleibt auch noch, bevor wir uns zu einem Aperò auf einer der Bänke niederlassen. Sobald die Sonne etwas tiefer steht darf Iwan auf ein ebenes Grasstück neben dem Parkplatz einparken. So sammelt sich das Öl beim Kochen nicht in einer Pfannenecke und beim Schlafen rollen wir auch nicht unkontrolliert im Bett herum.

15. August 2021: Münnerstadt und Röttingen

Am Morgen kehren wir zum Wohnmobilstellplatz zurück, stellen Iwan im Schatten ab und gehen auf Besichtigungstour in die Altstadt von Münnerstadt: durch den schönen Novizengarten… und man steht vor dem “Dicken Turm” der Stadtmauer. Das kleine Städtchen hat sich herausgeputzt mit vielen Fachwerkhäusern und den Stadttoren, es gibt auch nett aussehende Restaurants um das Rathaus herum. Entlang der alten Stadtbefestigung kann man die Stadt fast ganz umrunden.

Mittlerweile ist es wieder warm geworden. Wir gehen zu Iwan zurück und vespern, bevor wir weiter zum heutigen Tagesziel fahren. Am Nachmittag haben wir eine Verabredung mit Hans in Röttingen. Dort bietet das Weingut Bach Stellplätze Tipp an, die schöner gelegen sind als der offizielle Wohnmobilplatz. Heike geht in der Mittagshitze noch ein paar Schritte sammeln und ich setzte mich auf eine Bank an der Tauber in den Schatten. Hans ist auch bald da und wir verbringen unsere Zeit am Fluss, bis es Zeit wird, zu einer kleinen Weinprobe zur Familie Bach zurück zu gehen. Seit letztem Jahr hat sich das Weinangebot noch ausgeweitet und so lassen wir ein paar Flaschen zurücklegen. Natürlich darf der typische Silvaner und auch die Rarität Tauberschwarz nicht fehlen. Dann ist es auch schon Zeit für das Abendessen in der sehr empfehlenswerte Röttinger Bürgerstube Tipp.

16. August 2021: Nach Günzburg mit einer Überraschung

Vor der Weiterfahrt holen wir den reservierten Wein ab, die 4 Kartons gehen gerade so in den freien Stauraum von Iwan. Das heutige Ziel ist Günzburg. Auf der Landstraße fahren wir ein kleines Stück die Tauber entlang. An Rothenburg vorbei kommen wir nach Dinkelsbühl. Große Schilder stehen am Straßenrand. “Dinkelsbühl – die schönste Altstadt Deutschlands” steht darauf. Wir sind schon fast an Dinkelsbühl vorbei, ich schaue Heike an und spontan geht es rechts ab auf den nächsten Parkplatz. Ein tolle Überraschung wartet hier auf uns! Zunächst fällt die Stadtmauer auf mit ihren vielen Türmen – 20 Stück haben wir gezählt. Innerhalb der Mauern trifft der Besucher auf eine quirlige Stadt, mit schönen Häusern, Plätzen und viel Leben auf der Straße. Die Altstadt ist sehr groß, über mehrere Stunden kann man sie erkunden und hat immer noch nicht alles gesehen. Besonders schön ist ein Spaziergang entlang der Stadtmauer um die gesamte Altstadt herum.

Ein Vergleich mit Rothenburg braucht Dinkelsbühl nicht zu scheuen. Während die bekannte Schwester einem Touristenmuseum ähnelt, ist Dinkelsbühl ursprünglich und man merkt, dass sich auch viele Einwohner in der Stadt aufhalten.

In Günzburg angekommen fahren wir gleich zum modernen Stellplatz am Waldbad. Noch viele Plätze sind frei und wir suchen uns einen etwas abseits der anderen Camper aus. Vom Stellplatz überquert man die Donau, entlang einer viel befahrenen Straße, um an den Rand der Altstadt zu kommen. Von da einen kurzen Aufstieg zum “Unteren Tor”, durch das man auf den zentralen Markplatz kommt. Das Stadttor ist mit seinem achteckigen Turm sehr markant. Das alte Günzburg ist recht nett und hat schöne Ecken. Aber so richtig begeistern kann es uns nicht. Vielleicht liegt es am trüben Wetter mit den schwarzen Wolken, aber ganz bestimmt auch daran, dass wir unwillkürlich immer mit Dinkelsbühl vergleichen.

Am Wohnmobil zurück gibt es erst einmal etwas zu essen. Der Platz ist jetzt gut gefüllt und es kommen immer noch mehr Fahrzeuge. Auch die Plätze links und rechts von uns sind belegt. Recht früh gehen wir ins Bett und schlafen auch gut, bis ungefähr um 1:00 Uhr. Neben uns ist es taghell erleuchtet und ein Wohnmobil tuckert vor sich hin. Wohl ein Spätankömmling. Als nach gut einer viertel Stunde der Scheinwerfer immer noch an ist und der Motor läuft, quäle ich mich aus dem Bett um nach dem Rechten zu schauen. Schiebetür auf und da hat sich unmittelbar neben uns ein Stück “Weißware” hingequetscht. Nur den Arm kurz ausstrecken und ich kann kräftig an die Wand des Nachbarn hauen. Er ist damit beschäftigt seine Kiste an die Stromversorgung anzuschließen und dazu braucht er helles Licht… als ob das nicht bis zum nächsten Morgen Zeit hätte. Etwas aufgebracht (und laut) rufe ich ihm zu, gefälligst Motor und Licht auszumachen!! Das klappt dann auch. Jetzt ist es wieder dunkel und bis auf das schreiende Kind beim Nachbarn wieder ruhig. Irgendwie war aber in der Nacht “der Wurm” drin, denn Heike findet trotz intensiver Suche ihren Ehering nicht mehr

17. – 18. August 2021: Besuch in Kreuzthal

Am nächsten Morgen freuen wir uns schon auf das Treffen mit Angelika und Jürgen im Allgäu. In Buchenberg sind wir zum Mittagessen verabredet. Schon recht früh sind wir dort. Es ist noch Zeit für einen Spaziergang um den Moorsee herum und ein Stück einen alten Bahndamm entlang. Nach dem Essen machen wir zu viert noch eine Verdauungsrunde um Buchenberg, bevor wir bis nach Kreuzthal fahren.

Der nächste Tag startet mit einem tollen Frühstück bei Angelika und Jürgen. Über den Vorschlag von Angelika, uns Kempten zu zeigen, sind alle begeistert. Kempten wurde um 15. v.Vhr von den Römern gegründet und ist eine der ältesten Städte Deutschlands. Durch die Altstadt kommen wir über den schönen Wochenmarkt zur Basilika St. Lorenz, umrunden die Residenz und gehen durch den Hofgarten zum historischen Rathaus auf dem Rathausplatz.  Dann noch kurz an die Iller und schon ist es Zeit für ein Mittagessen. Unser kurzer Rundgang führte nur an einem Teil der Sehenswürdigkeiten vorbei. Es gibt noch viel mehr in Kempten zu entdecken.

Zurück in Kreuzthal machen wir noch einen Spaziergang in Richtung Kreuzleshöhe, bevor wir uns auf der Terrasse in die Sonne setzen und die Ziegen beobachten, die den Hang hinter bem Haus abgrasen.

19. August 2921: Landesgartenschau in Lindau

Nach dem Frühstück bei Angelika und Jürgen müssen wir leider Abschied nehmen. Heute geht es nach Lindau zur bayrischen Landesgartenschau. In Isny legen wir einen Zwischenstopp bei Fritz-Berger ein und auf dem Wohnmobilstellplatz zur Entsorgung. Die Weiterfahrt nach Lindau ist entspannt, aber dort ziehen sich lange Autoschlangen durch die Stadt. Wir stellen uns etwas außerhalb auf den Wohnmobilparkplatz in Zech und laufen entlang des Bodensees in die Stadt.  Das recht kleine Gelände der Gartenschau ist schön am See gelegen. Für die 16€ Eintritt wird aber zu wenig geboten finden wir. Zum Abschluss des Besuchs und unserer schönen Wohnmobiltour quer durch Deutschland trinken wir noch einen Wein an der SEEVINOTHEK auf dem Landesgartenschaugelände.

 

Route

 

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