Stia, Poppi, Lago Trasimeno

21. September 2016: Nach Stia

Gegen Mittag brechen wir vom Lago di Bilancino auf, eigentlich schon zu spät um unser anvisiertes Ziel am Lago Trasimeno zu erreichen. Gemütlich treiben wir auf der SS67 entlang des Flusses Sieve bis Sandtole. Dort führt eine kleine Straße hoch auf knapp 1000 m zum Pass Croce a Mori. Auf der anderen Seite geht es entlang des Arno hinunter nach Stia. Direkt am Ortseingang sehen wir ein Schild für die Ver- und Entsorgung und drehen kurz entschlossen um. Wir kommen auf den sehr schönen Stellplatz von Stia, ruhig am Ortsrand gelegen, sauber und groß.  Es gibt auch Stromanschlüsse auf dem Platz und die Gemeinde verlangt keine Gebühren. Sensationell. Nachdem Iwan mit dem Nötigsten versorgt ist, beschließen wir uns das kleine Städtchen anzuschauen. Gerade beim Aussteigen, Heike hält mich für verrückt, sehe ich einen Zwillingsbruder von Iwan: ein HRZ, den Grey Cat mit Lisa und Hank an Bord. Das ist ein großes “Hallo”, als wir uns begrüßen.

Wir beschließen, auch auf dem Stellplatz zu übernachten und verbringen mit Lisa und Hank einen unterhaltsamen Abend in den Wohnmobilen und dem Ristorante Filetto.

Stia liegt in den herrlichen Wäldern des Casentino an den Hängen des Monte Falterona, genau dort, wo die Staggia in den Arno mündet.
Das schöne mittelalterliche Städtchen ist berühmt für seine Wollspinnerei, die bis ins 19. Jh. hinein die größte in der Toskana war. Das Zentrum von Stia ist die Piazza Tanuggi, die von schönen alten Bauwerken gesäumt wird. Unter ihnen befindet sich die prächtig ausgestattete romanische Pfarrkirche S. Maria Assunta. Sie bewahrt ein Triptychon Bicci di Lorenzos aus dem 15. Jh., das die Verkündigung Mariä darstellt, sowie eine Maria mit dem Kind, eine glasierte Terrakotta von Andrea della Robbia.

(Zitat)

Bekleidung wird in Stia immer noch produziert, in einem kleinen Teil der ehemaligen Wollspinnerei befindet sich ein Verkaufsraum.

22. September 2016: An den Lago Trasimeno

Am nächsten Morgen fahren wir kurz nach Lisa und Hank los. Ein paar Kilometer hinter Stia liegt Poppi, das sehenswert sein soll. In Poppi fühlt man sich ins Mittelalter versetzt. Akradengänge, teilweise mit Läden, durchziehen die ganze Stadt. In einer Straße wird ein Film gedreht, mit Darstellern in mittelalterlichen Kostümen.

Während der gemütliche Ort heute ein wenig abseits des Trubels der Großstadt liegt, war er im 13. und 14. Jahrhundert als Hauptsitz der Guidi weithin bekannt. Die zur damaligen Zeit errichteteten Bauwerke beeindrucken noch heute. Poppi ist also eine ideale Kombination für alle, die ein wenig Ruhe und Entspannung suchen und dabei nicht auf kulturelle Glanzpunkte verzichten möchten.

Die prachtvolle Burg der Grafen Guidi stammt aus dem späten 12. Jahrhundert und thront über dem Ort und dem umliegenden, malerischen Casentino-Tal. In der kleinen Chiesa della Madonna del Morbo im Ortsinnern befindet sich ein Gemälde von Filippino Lippi zu Ehren der Jungfrau Maria. Jedes Jahr findet Ende Juni eine feierliche Prozession statt, bei der dieses Gemälde von der Chiesa della Madonna del Morbo zur Chiesa dei Santi Marco e Lorenzo getragen wird.

(Zitat)

An Arezzo vorbei kommen wir bei Castilione del Lago an den See. Die Straßen werden immer schlechter, ähneln mehr extremen Holperpisten. Besonders an der Westseite des Sees, an der wir entlang fahren um den Camingplatz “Villaggio Italgest” bei Sankt Arcangelo anzusteuern. Dort suchen wir uns einen kleinen Stellplatz aus, aber direkt an 3 Seiten vom Wasser umschlossen und mit einer großen Liegewiese für die Allgemeinheit. Zu der Zeit, Ende September, ist der Platz so gut wie leer.

23. September 2016: Ruhetag

Wir machen heute Pause und genießen in der Sonne unseren Platz und den Blick aufs Wasser.

 Die Route

 

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