Skulpturenpark “La Palomba” und Tursi

Bei der Morgensonne bietet sich uns ein schöner Ausblick auf die Höhlenwohnungen auf der anderen Seite des Tales. Die Sonne zeigt sich allerdings nicht lange und verzieht sich hinter einer dichten, grauen Wolkendecke. Das trübe Licht bleibt auch als wir aufbrechen um den Skuplturenpark “La Palomba” zu besuchen, der direkt an der SS7 vor Matera liegt. In einem alten Tuffsteinbruch hat der Bildhauer Antonio Paradiso auf 6 Hektar eine Ausstellungsfläche errichtet. Dort stehen von ihm und anderen lokalen Künstlern interessante und spannende Objekte aus Metall und Stein vor den hohen Tuffwänden. Der Park ist immer geöffnet und kann kostenlos besucht werden.

Nach einer langen Besichtigung fahren wir weiter, zunächst nach Süden um dann Richtung in Richtung Westküste des Italienischen Stiefels abzubiegen. Nach einer Fahrt durch abwechslungsreiche, hüglige Gegenden kommen wir ans Meer. Bei Policoro legen wir am (leider etwas abgewrackten) Strand eine verspätete Mittagspause ein. Dort spricht uns ein Mann aus Friedrichshafen an, der gerade in Italien seine Verwandschaft besucht. Er hat auch gleich ein paar Besichtungstipps für uns:  wir sollen unbedingt nach Tursi und dort die alte arabische Siedlung anschauen. Die Stadt liegt fast auf unserem Weg, also machen wir einen Abstecher.

Tursi war im 16. Jh die bevölkerungsreichste Stadt der Basilicata. Im 9. Jh wurde die Stadt von den Sarazenen erobert, die ihr den Namen Rabatana gaben. Die Besiedlung der Stadt zieht sich gut 300 Meter einen Bergrücken hinauf. Je weiter man hinaufsteigt, desto älter werden die Stadtviertel. Ganz oben auf dem Berg befindet sich der alte, arabische Teil. Das düstere Wetter passt zu dem morbiden Charme der Stadt. Wir erklettern durch enge Gassen und Treppen die Stadtviertel, oft an verfallenen, etwas modrigen Häusern vorbei. Der Berg ist steil und nur wenige Straßen mit Kleinwagen oder  einem “Piaggio Ape” zu befahren. An den befahrbaren Gassen sind die Häuser in Ordnung, weiter davon entfernt verfallen die meist unbewohnten Häuser.

Im arabischen Viertel wechseln sich Ruinen und renovierte Häuser ab. Dort oben am Berg erwacht teilweise neues Leben: es gibt Hotels, Ateliers und Restaurants. Als wir ans Ende von Rabatana kommen sehen wir, dass auch eine Straße hinaufführt. Man kann sich den mühevollen Aufstieg ersparen, verpasst aber die Gelegenheit den speziellen Charme der Gassen von Tursi zu erleben.

Es ist schon spät als wir in Tursi losfahren. In Senise kaufen wir noch beim Metzger (super Fleisch von lokalen Rindern)  ein. Die Bestellung verlief trotz mangelnder gegenseitiger Sprachkenntnisse recht unkompliziert: der Metzger deutete auf ein besonders schönes Stück Fleisch und fragte, ob ich “muh” wollte – prima! Wir hatten sowieso Rindersteaks auf dem Speiseplan!! Der Bäcker ein Stück weiter hat jahrelang in der Nähe von Wolfsburg in einem italienischen Restaurant gearbeitet und gibt uns in fließendem Deutsch den Tipp, einen Übernachtungsplatz am Schwimmbad zu suchen. Das Schwimmbad liegt am Stausee, an dessen Ufer wir im Iwan gemütlich und sicher dem aufziehenden Unwetter zusehen.

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