Michelstadt, Erbach bis nach Hirschhorn

Zu einer Tour durch den Odenwald gehört vor allem ein Besuch in Michelstadt und Erbach. Diese beiden, über 1000 Jahre alten Städte im Herzen des Odenwalds sind bekannt für die vielen Fachwerkäuser, das Michelstädter Rathaus, das Erbacher Schloss und als Zentrum der Elfenbeinschnitzerei.


Michelstadt

Von Lindenfels ist es nicht weit bis nach Michelstadt, das mit 1300 Jahren zu den ältesten Siedlungen im Odenwald gehört. Wir kommen gerade zur Zeit des “Bienenmarkts” an, ein traditioneller, viel besuchter Rummel, der jedes Jahr stattfindet. Der große Parkplatz am Rand der Altstadt ist gesperrt und mit Buden und Fahrbetrieben vollgestellt.  Zum Glück finden wir auf einem der kleinen Parkplätze direkt an der Stadtmauer eine Lücke. So sind es nur ein paar Schritte zu den Sehenswürdigkeiten von Michelstadt.

Der östliche Teil der Altstadt ist noch von einer Stadtmauer mit Graben umgeben. Von Weitem sichtbar, überragt der hohe Diebsturm die Befestigungsanlage. Die Attraktion am Markplatz ist das 600 Jahre alte historische Rathaus, ein beeindruckender Fachwerkbau. Urspünglich war die Erdgeschosshalle offen, der gesamte Bau steht auf mächtigen Eichenpfosten. Rund um das Rathaus laden die verwinkelten Gassen zum Bummeln ein: bezaubernde Fachwerkhäuser, kleine Geschäfte, Restaurants in schönen Hinterhöfen oder auf dem Markplatz.

Unseren Stadtrundgang müssen wir plötzlich unterbrechen, da ein Wolkenbruch aufzieht. Zum Glück haben wir es nicht weit zu Iwan und können uns schnell ins Trockene flüchten. Nachdem sich der Regen verzogen hat, kommt zaghaft die Sonne heraus. Einer Fortsetzung des Rundgangs steht somit nichts im Wege.

Vor der Weiterfahrt braucht es Nachschub für die zur Neige gehenden Vorräte. Nördlich von Michelstadt hat Anfang 2018 ein neuer Supermarkt eröffnet. Riesig, mit fast amerikanischen Ausmaßen. Dort gibt es wirklich alles! Ist schon empfehlenswert sich das anzuschauen.

Erbach

Erbach und Michelstadt grenzen direkt aneinander. Der Abstecher nach Erbach hat sich eher zufällig ergeben. Den Abzweig zur Altstadt nehmen wir nur um zu wenden, denn direkt an der Grenze zwischen Michelstadt und Erbach verpassten wir die Abfahrt zum Outlet der Firma Koziol. Direkt auf dem Marktplatz und vor dem Schloss von Erbach ist ein großer Parkplatz. Hübsch ist es hier und es gibt noch genügend freie Stellplätze! Also bleibt Iwan erst einmal  stehen, während wir uns die Stadt ansehen.

Der Marktplatz, das Schloss mit seiner barocken Fassade, das Rathaus und die Stadtkirche bilden ein historisches Ensemble, das das Zentrum von Erbach prägt. Gleich gegenüber, getrennt durch die Mümling,  lädt der Lustgarten zum Verweilen ein. Um den Marktplatz und in den Seitengassen finden sich viele Restaurants und Cafehäuser. Bekannt ist Erbach für die lange Tradition der Elfenbeinschnitzerei und das Deutsche Elfenbeinmuseum.

Ein Museum besonderer Art ist die „Glücksfabrik“ mit spannenden Einblicken in die Familiengeschichte und Unternehmensentwicklung der weltweit bekannten Designfirma Koziol. Nach einem Rundgang durch die Altstadt fahren wir in Richtung Koziol Outlet Tipp.  Freunde der bunten Design Plastikutensilien sollten hier unbedingt für einen Besuch anhalten.

Hirschhorn

Auf dem direkten Weg entlang einer Landstraße gelangen wir in Hirschhorn wieder an den Nekar. Dort gibt es direkt am Ufer den Stellplatz bei “Ätsche“. Die schmalen, durch Pfosten voneinander getrennte Stellplätze sind auf einer Wiese direkt am Neckarufer. Man hat einen schönen Blick auf den Fluss und die Schiffe. Direkt vor dem Auto ist auf einem freien Uferstreifen genügend Platz für Stühle und Tisch. Morgens, gegen 9 Uhr, kommt der Bäcker mit frischen Brötchen. Die Ver- und Entsorgung ist ein rustikaler Eigenbau: eine Gießkanne hilft das kühle Nass aus einem großen Wasserbehälter in den Tank des Wohnmobils umzufüllen. Für 7,50 € steht man mit schönem Ausblick und relativ ruhig.

Nach Ankunft und der Anmeldung in der Sportgastätte “Beim Ätsche” meldet sich der Hunger und verlangt nach einem Abendessen, begleitet von guten Getränken. Vom Stellplatz ist es nicht weit in das Zentrum von Hirschhorn. Deshalb dauert es auch nicht lange, bis uns das ansprechende Äußere des “Restaurant Poseidon” Tipp in den Gastraum lockt. Zwei hoch zufriedene Reisende verlassen das Wirtshaus in der Dämmerung und brechen zu einem Verdauungsspaziergang hoch zur Burg auf. Die Häuser in Hirschhorn ziehen sich in mehreren Reihen steil am Hang entlang. Teilweise führen von den engen Gassen nur noch fast senkrechte Treppen zu den letzten Häusern hinauf. Ein abenteuerlicher Fußweg über unebene Stufen führt zur Burg. Von dort oben schweift der Blick über die Dächer von Hischhorn hinunter auf den Neckar:

Hirschhorn ist mit seinen Sehenswürdigkeiten immer eine Reise wert: Kirchen und Kunstschätze, die Ersheimer Kapelle, das Museum und der historische Stadtkern laden zu jeder Jahreszeit ein.
Entdecken Sie die engen Gassen, die entlang der fast vollständig erhaltenen Stadtmauer über das Karmeliterkloster hinauf zur mächtigen Burganlage führen. Dort belohnt ein atemberaubender Rundblick auf die Täler und die große Neckarschleife mit der Doppelkammerschleuse für den Aufstieg. (Zitat)

Mit dem Abstieg müssen wir uns beeilen, denn es wird dunkel und der Weg zurück ins Dorf ist nicht beleuchtet.

Route

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One Reply to “Michelstadt, Erbach bis nach Hirschhorn”

  1. Mirjam Gnilka

    Wunderschön, vielen Dank für den interessanten Reisebericht! Weiter so, das freut mich jedesmal.
    Liebe Grüsse Mirjam und Jürgen

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