Geheimtipps auf der Schwäbischen Alb

“Viel Steine gab’s und wenig Brot”, sagte einst der Dichter Ludwig Uhland über die Schwäbische Alb. Raues Klima, karge Böden, Wasserarmut machten das Leben auf der Alb schon immer schwer und entbehrungsreich. Erdgeschichtlich zählt die Schwäbische Alb zu den bedeutendsten Regionen Europas. Sie ist durchlöchert wie ein Schweizer Käse: Ein weit vernetztes Höhlensystem durchzieht in der höhlenreichsten Landschaft Deutschlands das Karstgebirge. Das macht die Alb zu einem abwechslungsreichen und vielfältigen Urlaubsziel für Wohnmobilfahrer. Egal ob Natur, Gastronomie,  oder die vielen Burgen und Kirchen, für jedes Interessengebiet bietet die Schwäbische Alb etwas.

Mitte März war schon vor längerer Zeit ein Treffen mit ehemaligen Arbeitskollegen in Altötting geplant. Für die erste längere Frühjahrstour wollten wir dann von dort noch weiter nach Osten, um Prag und Wien zu besuchen. Doch schon Ende Februar war uns klar, dass Reisen in Coronazeiten nicht mehr so einfach möglich sein würden. Einerseits für den eigenen Schutz, andererseits auch als Vorsichtsmaßnahme, um das Virus nicht unkontrolliert in alle möglichen Regionen zu verbreiten.

Also schweren Herzen verzichteten wir auf eine Weiterfahrt nach Prag und wollten nur einen verlängerten Wochenendtrip nach Oberbayern unternehmen. An einem Donnerstagmorgen ging’s los, aber schon mit dem zweifelnden Gedanken, ob es nicht vielleicht besser wäre, ganz auf das Treffen zu verzichten.

12. März 2020: Die Steinernen Jungfrauen im Eselsburger Tal

Von Stuttgart führt die B29 uns zunächst Richtung Osten nach Aalen. Kaum lagen die ersten Kilometer hinter uns, ein Anruf aus Altötting: Das Freundestreffen ist aus Sicherheitsgründen abgesagt und auf unbestimmte Zeit verschoben! Schade! Eigentlich sind wir aber froh, dass nicht nur wir aus Vosicht schon jetzt freiwillig auf vermeidbare Kontakte verzichten.

Hinter Aalen biegen wir nach Süden Richtung Oberkochen ab. “Zeiss” in Oberkochen ist ein Industriezentrum der “Tüftler” von der Schwäbischen Alb. Es gibt da noch andere, genannt seien nur: Triumph, Märklin, Steiff, Voith. “Not macht erfinderisch”, dieses Motto liegt in den Genen der “Älbler”.

In Herbrechtingen endet unsere erste Etappe. Beim Sportzentrum, im Süden der Stadt, liegt ein kostenloser Stellplatz ohne jede Infrastruktur. Von dort blickt man direkt in das Eselsburger Tal. Die kleine Brenz hat in vielen Windungen ein tiefes Tal in den Karst gewaschen. Viele Höhlen und bizarre Felsformationen sind dadurch entstanden. Am beeindruckendsten: “Die Steinernen Jungfrauen“. Sehenswert ist das Eselsburger Tal auch wegen der Wacholderheide und den vielen, seltenen Blumen.

Den restlichen Nachmittag nutzen wir für einen Spaziergang durch das Tal, entlang der Brenzschleife nach Anhausen. Schwarze Wolken ziehen auf, es sieht bedrohlich nach Regen aus. Eine düstere Stimmung liegt über der kargen Landschaft und macht die Felsen im Tal noch beeindruckender. Das Wetter hält zum Glück, die Wolken verziehen sich nach einiger Zeit und machen dem blauen Himmel Platz.

Nach der Wanderung durchs Tal begeben wir uns in die Isolation im Wohnmobil.

13. März 2020: Die Teufelsbrücke an der Donau

Das nächste Highlight liegt nahe am Bodensee. Über Ulm und die B311 kommen wir nach Sigmaringen. Zu normalen Zeiten kann man nicht einfach an Sigmaringen vorbeifahren. Zu verlockend liegt das imposante Schloss über der Stadt. Wir fahren aber noch ein Stück weiter entlang der Donau, bis eine kleine Straße nach links Richtung Izigkofen abzweigt. Das enge Sträßchen windet sich den Berg hinauf. Oben kann sich Iwan auf dem Parkplatz Teufelsbrücke ausruhen.

Auf der anderen Seite der Straße führt ein schmaler Fußweg links den Abhang hinunter zur Teufelsbrücke. Die Teufelsbrücke ist Teil des sehenswerten Fürstlichen Parks Izigkofen. Sie überbrückt die schmale, steile Höllschlucht. Neben der Schlucht führen mühsam angelegte Treppen hinab zur Bootslände an der Donau. Über eine Hängebrücke gelangt man zum anderen Teil des Fürstlichen Parks jenseits der Donau. In der Mitte stehend bietet die Brücke den zwar wackeligen, doch auch besten Blick auf den 26 Meter hohen Amalienfelsen.

Auf Wikipedia findet ihr eine Beschreibung darüber, was es im Park alles zu entdecken gibt (hier zum Artikel)

Auf der Suche nach einem Stellplatz für die Nacht fahren wir weiter nach Mengen an die Zielfinger Seen. Leider ist der Platz saisonbedingt noch geschlossen. Na denn weiter zum Stellplatz Ablacher See. Der ist zwar offiziell auch geschlossen, doch es ist erlaubt, sein Wohnmobil dort abzustellen.

14. März 2020: Die Ablacher Seen

Am Morgen nach dem Frühstück kommt der Platzwart angeradelt zum Abkassieren. Noch ist er hoffnungsvoll, dass der Platz wie geplant in ein paar Tagen öffnen kann. Leider war er da etwas zu optimistisch.

Der Stell- und Campingplatz liegt direkt an den Ablacher Seen. Ehemals ein Kiesabbaugebiet, jetzt renaturiert und als Freizeitgebiet genutzt. Die Seen grenzen an den “Fürstlichen Park Krauchenwies“. Auch hier haben die Hohezollern mit Jagdschloss, Landhaus in einem weitläufigen Park und dem Wildpark Josefslust eine großzügige Anlage für ihr Freizeitvergnügen angelegt.

Es gibt noch einige Highlights und Geheimtipps auf der Schwäbischen Alb, die wir ansteuern wollten. Doch eine Wohnmobiltour, bei der man andere Menschen meidet, also keine Stadtbesichtigungen, keine Restaurantbesuche… macht nur halb so viel Spass. Also ist der kurze Ausflug hier zu Ende. Weitere Anregungen für einen Wohnmobilurlaub in dieser Region gibt es zu einem späteren Zeitpunkt.

Route

Reisezeit: 12. – 14. März 2020

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