Wir starten unsere Tour durch Norditalien in Lecco, um uns dort nach langer Zeit mal wieder mit Freunden zu treffen. Verona überrascht mit einem tollen Campingplatz und seinem antiken und mittelalterlichen Stadtkern. Eine Stadt, in der man gut mehrere Tage verbringen kann. Über Ferrara, das auf alle Fälle einen Besuch wert ist, kommen wir ins Po-Delta, nach Comacchio. Das Städtchen bezaubert mit seinen kleinen Kanälen und begeistert die Vogelliebhaber, vor allem mit den vielen Flamingos in der Lagune. Über das bemalte Dorf Dozza und das beschauliche Brisighella erreichen wir Rimini. Besonders interessieren wir uns für Borgo San Guiliano. Das alte Fischerdorf ist bekannt für die vielen Wandmalereien mit Montiven aus Fellinis Filmen.
20. April 2026: Lecco
Heute geht es endlich los. Die Abreise haben wir wegen einer hartnäckigen Erkältung mit heftigem Husten immer wieder verschoben. Bei bewölktem Himmel heißt es heute mit viel Vorfreude: “On the Road again”. Durch die Schweiz geht es zügig dem heutigen Ziel in Lecco entgegen. Aber ganz so schnell war es dann doch nicht. Vor dem Gotthard ist Blockabfertigung mit einem entsprechend langen Stau. Auch in Como erschwert der Feierabendverkehr das Durchkommen.
In Lecco gibt es keine einladenden Stellplätze. Etwas außerhalb sind Campingplätze, die entweder noch geschlossen sind oder an Durchreisenden mit nur einer Übernachtung kein Interesse haben. Wir entscheiden uns für den Parkplatz am Friedhof. Er liegt recht zentral und in einer ruhigen Gegend.
Die Zeit bis zum Treffen mit unseren Freunden Oana und Antonio reicht noch für einen kurzen Spaziergang durch die Stadt. Auf dem Weg hinunter zum See entdecken wir in der “Via Carlo Porta” eine sehr schöne StreetArt-Wand mit ausdrucksvollen Gesichtern. Von dort geht eine Unterführung auf die andere Seite der Bahngleise, wo die Flaniergegend von Lecco beginnt. Wir streifen eine Weile herum. Setzen uns dann auf die Terrasse einer Bar und warten bei Spritz und Hugo darauf, dass sich unsere Freunde melden. Sie treffen wir dann auf einer Piazza und verbringen in einem nahegelegenen Restaurant einen schönen Abend zusammen.
21. + 22. April 2026: Verona
Verona! Sofort denkt jeder an “Romeo und Julia” oder an die jährlichen Opernveranstaltungen in der 2000 Jahre alten römischen Arena. Veronas Altstadt liegt direkt am Flussufer der Etsch, was ihr noch einen zusätzlichen Reiz verleiht. Der antike und mittelalterliche Stadtkern ist bestens erhalten. Ein Stadtrundgang gleicht einer Zeitreise durch die 3000 jährige Geschichte der römischen Stadt. Mit ihren prächtigen Plätzen, den kleinen Gassen, dem Dom, den prunkvollen Palazzi und der beeindruckenden Arena ist Verona zurecht ein UNESCO-Weltkulturerbe!
Für Wohnmobilisten wartet Verona noch mit einem ganz besonderen Campingplatz auf. Zumindest für diejenigen, die mit einem Van oder Kastenwagen unterwegs sind. Besitzer eines Gefährts jenseits der 6,4 Meter-Grenze müssen sich leider ein anderes Plätzchen suchen. Gegenüber der Altstadt, am anderen Ufer der Etsch, thront auf einem Hügel über der Stadt die Festung San Pietro. Innerhalb der Festungsmauern liegt der Verona City Camping Tipp. Der Platz ist nicht günstig und die Parzellen klein. Aber die Lage ist unschlagbar. Von der Aussichtsterrasse der Bar hat man einen tollen Blick auf die Stadt. In 8 Minuten ist man hinunter zur Etsch und in die Altstadt gelaufen. Für den Rückweg ist die Standseilbahn hinauf zur Festung bequemer.
Nach einer nervigen Autobahnfahrt von Lecco nach Verona sind wir froh, endlich auf dem City Camping einchecken zu können. Der Weg in die Altstadt geht durch das schattige Campingplatzgelände hinunter zur Etsch, über die Ponte Pietra und schon ist man dort. Über verschlungene Gässchen erreichen wir die Piazza dei Signori. Im Mittelalter war der Platz das Machtzentrum der Familie della Scala. Um den Platz stehen historisch bedeutende Gebäude und große Palazzi. Ein Durchgang führt zur Arche Scaligere, den steinernen Sarkophagen und protzigen Grabmälern der Familie der Scaliger.
Der Weg durch ein anderes Tor führt zur nahe gelegenen Piazza Erbe. Auf dem ovalen, länglichen Platz geht es trubelig zu. Zwischen den Marktständen und den Lokalen drängen sich viele Touristen. Die Piazza Erbe nimmt einen Großteil des ehemaligen Römischen Forums von Verona ein und war über die Jahrhunderte das Zentrum des politischen und wirtschaftlichen Lebens der Stadt. Auf der Westseite der Piazza, vor dem barocken Palazzo Maffei, wacht der venezianische Löwe über die vielen Bauten und Monumente, die den Platz umgeben.
Hat man sich an der Pracht satt gesehen, geht man am Ende des Platzes über die Via Giuseppe Mazzini hinunter zur Arena. Es ist DIE Einkaufsstraße Veronas und bietet dem Flaneur eine andere Art der Pracht. Hier sind alle teuren Geschäfte mit Rang und Namen zu finden. Am Ende weitet sich die Straße zur Piazza Bra, in deren Mitte endlich die römische Arena zu sehen ist. Heute ist sie leider durch Bauzäune teilweise verdeckt. Die Aufbauarbeiten für die Festspiele sind in vollem Gange.
Mittlerweile ist es auch Zeit für eine kleine Pause. In einer Seitenstraße der Piazza Bra fällt uns zufällig der schöne Garten der Bar La Tradision Tipp auf. Ruhig und schattig ist es dort. Ein willkommenes Plätzchen für uns Nordeuropäer, die sich im April noch nicht so sehr an die warmen Sonnenstrahlen gewöhnt haben. Das wird sich in den nächsten Monaten aber noch ändern!
Nach Hugo, Aperol und der Nüsschen-Chips Mischung, die es in Italien immer dazu gibt, begeben wir uns auf den Rückweg zum Campingplatz. Vor dem Case di Giulietta stehen die Leute in langen Schlangen um einen Blick auf den Balkon von Romeo und Julia zu werfen. Mittlerweile kostet das Eintritt. Der Balkon ist lustigerweise jünger als die Geschichte der Liebenden, er wurde nachträglich an den Palazzo angebaut. An den Resten des römischen Stadttores Porta Leoni vorbei erreichen wir die Etsch an der Ponte Nuovo. Den Fluss entlang kommen wir wieder zur Ponte Pietra, nehmen dann aber die bequeme Variante mit der Standseilbahn hinauf zum Castel.
Am zweiten Tag machen wir einen ausgedehnteren Stadtrundgang. Hinter der Ponte Pietra nach rechts zum Dom. Weiter die Etsch entlang zum Castelvecchio und der beeindruckenden Ponte Scaligero. Die Via Roma bringt uns wieder zur Arena. Im La Tradision gibt es alkohlofreie Aperetivo und Cicchetti. Dann besichtigen wir die alte Stadtmauer und folgen allen anderen Touristen in die Einkaufsstraße Mazzini. Dort gibt es bei Benetton in der Kinderabteilung ein römisches Mosaik zu sehen, das bei der Renovierung des Kellers entdeckt wurde.
23. April 2026: Ferrara und Comacchio
Verona verlassen wir heute schweren Herzens. Auf dem Weg an die Adria, etwas abseits der Autobahnen, liegt Ferrara. Die meisten Reisenden fahren mit Blick auf das sich nähernde Meer auf der Autobahn wohl schnell daran vorbei. Dabei lohnt sich ein kleiner Umweg für eine Stadtbesichtigung. Leider gibt es in Ferrara für Wohnmobile nur einen Übernachtungsplatz auf einer Asphaltfläche neben einer viel befahrenen Straße.
Wir betreten die Stadt durch das östliche Stadttor Prospettiva di Corso Giovecca. An der Straße, die hier beginnt, liegen einige Palazzi und der Parco Pareschi. Sie endet an einer der schönsten und berühmtesten Burgen Italiens, dem Castel Estense. Die trutzige, abweisende Burg im Zentrum der Stadt, einst Hauptsitz der Familie D’Este, ist von einem breiten Wassergraben umgeben, über den 5 Zugbrücken führen. Im Jahr 1385 kam es zu einer Revolte wegen der drückenden Steuerlast, die mit der Ermordung des Finanzministers endete. Dies veranlasste die Familie Este eine Verteidungsanlage mitten in der Stadt zu errichten. So entstand das Castel Estense als Festung gegen das Volk. Es scheint zur damaligen Zeit ein angespanntes Verhältnis zwischen Volk und Obrigkeit geherrscht zu haben.
Gegenüber vom Castel ist die Rotonda Foschini, der sehenswerte Innenhof des Theaters. Südlich davon ist der Dom von Ferrara zu finden. Leider ist bei unserem Besuch die Fassade verhüllt. Bei GROM Gelato Tipp auf der Piazza Trento beim Dom gönnen wir uns ein Eis, um bei der Pause gemütlich unsere Besichtigungstour zu planen. Man kann sich lange durch die Gässchen der Altstadt treiben lassen. Es gibt an jeder Ecke etwas Interessantes zu sehen. Empfehlenswert ist ein Besuch des jüdischen Viertels, besonders die Via S. Romano mit den alten Arkaden.
Auffallend sind noch die ungewöhnlich vielen Fahrräder in Ferrara. Das liegt an dem gut ausgebauten Fahrradweg, der entlang der 9 km langen Stadtmauer rund um das Zentrum führt. Auch den Weg auf der Stadtmauer sollte man in seinen Stadtrundgang integrieren, zumindest ein Stück davon.
Wir fahren weiter nach Comacchio, an einen Seitenarm des weit verzweigten Po Deltas. Comacchio ist eine Lagunenstadt und wird auch das Klein Venedig genannt. Ein Geflecht aus Kanälen, Brücken und kleinen Gassen durchzieht das kleine Städtchen. Überall spiegeln sich die bunten Häuser im Wasser. Die Salinen rund um Comacchio sind ein Vogelparadies. Besonders gerne halten sich die Flamingos in der weitläufigen Wasserfläche auf.
Im Süden der Stadt, nicht weit vom Zentrum entfernt, stellt die Stadt einen Übernachtungsplatz für Camper zur Verfügung. Eigentlich sind es nur 6 Plätze. Bei unserer Ankunft ist aber der gesamte Platz fast vollständig von Wohnmobilen in Beschlag genommen. Wir gehen die wenigen Meter in die Stadt für einen kurzen Erkundungsgang. Die Restaurants an den Kanälen sind mit den letzten Vorbereitungen für das Abendessen beschäftigt. Noch ist es ruhig und es sind fast keine Leute unterwegs. Es hängen überall Plakate, die auf das Festa dei Pesci Marinati hinweisen. Das klingt sehr vielversprechend, zumal Comacchio bekannt für seinen Aal, Meeresfrüchte und Fisch ist.
24. + 25. April 2026: Die Saline von Comacchio
Heute beginnt das Festa dei Pesci in einer alten Fischräucherei am Ortsrand. Vielleicht gibt es dort ein zünftiges Mittagessen mit lokalen Fischen? Aber dazu ist es noch etwas zu früh. Direkt hinter dem Stellplatz führt ein Fußweg zur Ponte dei Trepponti, das Wahrzeichen von Comacchio. Die Backsteinbrücke führt über drei Kanäle, die sich unter der Brücke treffen. Oben auf der Brücke stehend hat man einen guten Blick auf die Stadt, vor allem auf den antiken Fischmarkt. Der überdachte Vorplatz der Bar Ragno Tipp bietet einen schöner Schutz vor der Sonne. Dort lassen wir uns nieder, trinken unseren Kaffee und schauen dem Treiben auf der Straße zu.
Nach einiger Zeit gehen wir weiter die Via Spina hinunter. Dort kommen wir an einigen Murals vorbei und lernen von den Bildern, dass der Karneval in Comacchi auf dem Wasser stattfindet. Es ist auch der Weg zur Manifattura dei Marinati, dem Heimatmuseum und dem Veranstaltungsort für das Festa dei Pesci. Wir besichtigen erst das Museum, erfahren einiges über den Aalfang und die massive Landgewinnung in der Lagune. Im Museum sind große Tische aufgebaut, die man reservieren kann. Italienische Großfamilien sitzen dort zusammen und feiern. Wir lassen uns auf einer Bierbank im Innenhof nieder, bestellen uns eine kleine Fischspezialität und etwas zu trinken. Serviert wird das Essen auf Plastiktellern, mit Plastikbesteck und in Plastik verpacktem Brot, dessen Verzehr nur mit einem total intakten Kauapparat möglich ist. Das Essen war eine ziemliche Enttäuschung.
Zurück am Übernachtungsplatz holen wir Iwan und umrunden die Valli von Comacchio. Valle werden in dieser Gegend die Lagunenflächen genannt. Beim Naturschutzzentrum Statione Foce ist die Straße zu Ende. Ab hier geht es entweder zu Fuß weiter oder mit einem Boot in die Lagune. Wir laufen los um die Flamingos zu suchen. Zunächst erfolglos. Viele Seidenreiher, Stelzenläufer, Graureiher und einen Dunkelwasserläufer entdecken wir. Aber ein Stückchen weiter sehen wir endlich hunderte Flamingos im Wasser stehen. Leider weit entfernt, trotzdem sehr beeindruckend. Viele fliegen auch ganz in unserer Nähe vorbei.
Wir fahren noch weiter um die Lagune herum, Richtung La Rotta und auf der anderen Seite zurück Richtung Comacchio. Unterwegs stehen in einem Kanal, direkt neben der Straße einige Flamingos im Wasser. Sofort wird etwas verbotswidrig am Straßenrand gehalten, um einige Fotos von den Tieren zu machen.
Kurz vor Comacchio biegen wir ab zur Residenza Le Saline Tipp. Auf der Residenza kann der Wohnmobilist mit seinem Gefährt auf einer Wiese zwischen kleinen Bäumen stehen. Wer will, mit Strom, eine Ver-/Entsorgung gibt es auch.
Bis in den späten Nachmittag hängen wir am Wohnmobil auf den Liegestühlen rum. Der Camperplatz füllt sich immer mehr. Italien feiert den Befreiungstag von der deutschen Besatzung: die Gelegenheit für ein paar Urlaubstage. Gegen Abend laufen wir auf dem Deich hinaus zur Saline. Am Rand sind mehrere Vogelbeobachtungsstationen. Flamingos gibt es genügend, aber alle sehr weit entfernt. Am Ende des Weges, kurz vor dem Torre Rossa, haben wir Glück. Dort stehen die Vögel in seichtem Wasser und ganz nahe am Ufer. Dazu noch die schöne Abendsonne. Ein toller Anblick! Zufrieden gehen wir zurück, haben wir doch noch Glück gehabt und ein paar gute Bilder mit Flamingos machen können.
26. April 2026: Das bemalte Dorf in den Bergen
In den abgelegensten Regionen, verstreut über ganz Italien, gibt es Bergdörfer mit sensationellen Wandmalereien. Eines der bekanntesten ist Dozza, ca. 10 Kilometer östlich von Imola gelegen. Dozza ist übersichtlich. Von der Burg einmal die Straße runter und die andere Straße wieder nach oben. Das war’s im Wesentlichen. Aber das Dorf ist auch eine große Freiluftgalerie. Alle 2 Jahre findet die Biennale del Muro Dipinto in Dozza statt. Es treffen sich dann internationale Künstler und bemalen die Hauswände. 2027 findet die 31. Ausgabe der Biennale statt.
Die Parkplatzsituation im Dorf ist nicht einfach. Für Wohnmobile gibt es genau 4 Stellplätz auf einem Parkplatz. Die waren bei unserer Ankunft natürlich schon alle belegt und dazu noch alle PKW Parkplätze. Während wir auf einem Busparkplatz überlegen, was wir tun, fährt ein größerer SUV weg. Ein schöner Platz für unseren 6m langen Iwan ist dadurch frei geworden.
Von Parkplatz geht der Weg bergauf zur Burg. Viele Leute besuchen am Feiertag das Dorf, schauen sich die Malereien an und feiern den Befreiungstag in den Restaurants. Mit zahlreichen Anderen erkunden wir die zwei Straßen, werfen noch ein paar Blicke in die Seitengässchen und machen viele Fotos von den interessant bemalten Fassaden.
Zurück am Parkplatz sind noch immer alle Wohnmobilplätze belegt. So bleibt uns nichts anderes übrig, als noch ein Stück weiter zu fahren. Wir beschließen, bei Imola nach Süden und noch ein Stück weiter in den Apennin zu fahren. Durch Weinbaugebiete fahren wir über kurvige Straßen den Berg hinauf. Ganz oben ist eine beeindruckende Landschaft mit tiefen Erosionsspuren in den Lehm- oder Tuffsteinbergen zu sehen. Auf der anderen Seite des Bergkamms sind schon die Dächer von Brisighella zu sehen, unser heutiges Ziel.
Auf dem großen Stellplatz von Brisighella Tipp gibt es noch genug freie Plätze, leider nicht mehr im Schatten. Wir setzen uns noch eine Weile auf der Grünanlage des Stellplatzes unter die großen Bäume auf eine Bank. Es ist einfach noch zu warm, um in die Stadt zu gehen. Über der Altstadt thront links das Schloss Rocca Manfrediana e Veneziana und rechts der Torre dell’Orologio mit seiner Uhr mit dem sonderbaren Zifferblatt (lediglich 6 Stunden werden angezeigt!). Am Abend gehen wir nur kurz in die Stadt und lassen es uns in der Weinbar Calici di Cantina Casadio Tipp gut gehen.
27. April 2026: An das Meer nach Rimini
Am Morgen stehen wir ganz alleine auf dem Stellplatz. Wir gehen noch einmal in das Städtchen. Die Via degli Asini interessiert uns. Es ist die Straße der Esel und führt im 1. Stock durch die Häuser. Das gibt es sicher nicht sehr oft. Früher fuhren hier die Eselfuhrwerke hindurch und es befanden sich dort auch die Ställe für die Tiere. Von der Eselstraße gehen die steilen Treppen hinauf zum Glockenturm. Wir sind am Vormittag unterwegs und können daher meist im Schatten der Bäume bis nach oben laufen. Von dort kann man den Blick über die Dächer von Brisighella und die umgebende Landschaft genießen.
Nach der Besichtigung fahren wir für 2 Übernachtungen an die Riviera. Auf dem Parking della Robine in Bellaria-Igea-Marina haben wir ein Plätzchen reserviert. Der Empfang ist sehr freundlich. Da der Platz zu dieser Jahreszeit nicht stark frequentiert ist, bekommen wir eine Parkbucht ganz alleine. So ist ausreichend Platz für Stühle, Tisch, Markise vorhanden. Bei der Belegung mit zwei Mobilen steht man aber recht eng beieinander.
Wir gehen noch an den Strand und laufen ein Stück in Richtung Rimini. Besonders einladend ist der Strand nicht. Gerade erst finden die Saisonvorbereitungen statt. Liegestühle und Sonnenschirme werden in akkuraten Reihen aufgebaut. In den Restaurants, Bars und Cafés wird geputzt und gewienert. Zum Glück brauchen wir kein Lokal – heute Abend wird gegrillt!
28. April 2026: Murals in Borgo
Borgo San Guiliano ist ein Vorort von Rimini. Das ehemalige Fischerdorf ist zweifelsohne der schönste Teil Riminis. Seit 30 Jahren werden im Rahmen eines Festivals die Häuser mit Malereien verziert. Zu Beginn bezogen sich die Motive auf die Einwohner und deren Lebensweise. Mit dem Tod Fellinis, der in Rimini geboren wurde, rückten typische Szenen seiner Filme in den Vordergrund.
Für uns ist ein solches Dorf natürlich ein Anziehungspunkt, zu dem uns heute der Bus hingebracht hat. Es ist immer ein Buch mit 7 Siegeln, wie in dem lokalen ÖNPV gezahlt wird. Heute geht das meistens nicht mehr bar im Bus, sondern an einem Kasten durch Vorhalten der Kreditkarte. Dabei ist nie ganz klar, ob das klappt und um wieviel das Konto erleichtert wird. Bei der Hinfahrt waren wir daher als “Schwarzfahrer” unterwegs. Der ominöse Kasten war “out of order”.
Von der Bushaltestelle in Rimini kamen wir über die 2000 Jahre alte Ponte di Tiberio nach Borgo. San Guiliano war einst ein Fischerdorf, deshalb sind an vielen Häusern kleine Keramiktafeln mit dem Namen des Fischers angebracht, der darin wohnte und mit einen Bild seines Schiffes. Mit den kleinen, bunten Häusern und reizenden Gassen hat es viel von seinem ursprünglichen Reiz bewahrt. Nach einem langen Streifzug durch die Gassen und vielen Fotos ging es wieder über die Brücke, um einen Blick in die Altstadt von Rimini zu werfen.
Die Altstadt ist gut zwei Kilometer vom Strand entfernt. Dieser römisch geprägte Teil der Stadt ist ein richtiges Kontrastprogram zu der trubeligen Strandgegend. Kommt man von Borgo über die Tiberius Brücke, landet man gleich in der Einkaufsstraße Corso d´Augusto. Sie führt an der Piazza Cavour vorbei. Wie üblich säumen den Platz einige Palazzi, immer wieder schön anzusehen. Genauso interessant ist die Vecchia Pescheria, die alte Fischhalle. Noch ein Stück weiter über den Platz kommt man zur Piazza dei Sogni, von der aus man das imposante Castel Sismondo sieht. Schon lange schlendern wir jetzt schon durch die Gassen und sind entsprechend hungrig. Auf der Piazza Cavour setzten wir uns in eines der dort angesiedelten Restaurants und gönnen uns einen kleinen Imbiss.
Dann ist es auch an der Zeit, den Rückweg anzutreten. Über die Piazza Tre Martiri kommen wir an dem unfertigen Dom von Rimini vorbei zum Bahnhof. Der Bus bringt uns nach einer kurzen Wartezeit zurück zum Stellplatz.
