Unsere Reise nähert sich dem Ende. Bevor es soweit ist, lernen wir noch die Kleinstadt Hoorn, die Namensgeberin des berüchtigten Kap Hoorns, kennen. Wir besuchen den dunkelsten Ort der Niederlande, ideal für Astronomie Fans und für die Fotografie von Polarlichtern. Groningen ist unser letzter Halt, bevor es über die Grenze nach Deutschland geht. In Bad Zwischenahn treffen wir uns mit sehr guten Freunden – ziehen dann weiter zum Dümmer See um nach Kranichen zu suchen und auch dort nach langer Zeit wieder gute Freunde zu besuchen. Auf der Autobahn geht es dann nach Hause mit einem letzten Stopp in Aschaffenburg.
15. Oktober 2025: Von Haarlem nach Hoorn
Wir müssen früh den Stellplatz in Haarlem räumen. Um den Tag gemütlich anzufangen, fahren wir ohne Frühstück los und parken ein Stückchen weiter am Wasser. Ein schönes Plätzchen für ein Frühstück. Eilig haben wir es nicht, denn das Tagesziel, die Stellplätze am Jachthafen von Hoorn, sind nicht weit entfernt. Die Anfahrt war etwas kniffelig, weil uns das Navi durch die engen Gassen der Altstadt lotst. Einfacher geht es um den Ort herumzufahren und sich von Osten dem Jachthafen zu nähern. Aber so bekommen wir schon ein wenig von dem schönen Städtchen zu sehen.
Hoorn Tipp entwickelte sich, begünstigt durch die Lage am Wasser, im 14. Jahrhundert zu einer wohlhabenden Hafenstadt. Wichtige Handelshäuser siedelten sich an. Die Westindische Kompanie, die Ostindische Kompanie und andere hatten ihren Sitz in Hoorn. Noch heute ist das in der Hafengegend an den Lagerhäusern und den vielen historischen Bauten zu erkennen. Von Hoorn aus starteten Handels- und Expeditionsschiffe in die weite Welt. Das Kap Hoorn bekam seinen Namen von einem Schiff aus dieser Stadt verpasst.
Wir erkunden, wieder einmal bei regnerischem Wetter, ganze 5 Stunden das kleine Städtchen. Wenn die Sonne scheint und die Leute draußen in den Bars und Cafés sitzen, macht das bestimmt noch mehr Spaß. Aber langweilig ist es uns in dieser Zeit auch nicht geworden. Nach dem Stadtrundgang wärmen wir und im rustikal eingerichteten Restaurant d’Oude Waegh Tipp auf und genießen unser Abendessen.
16. Oktober 2025: Am dunkelsten Platz der Niederlande
Am Morgen scheint endlich mal wieder die Sonne. Vor der Abfahrt geht es noch mal schnell in den Hafen, um Hoorn auch von der Sonnenseite zu fotografieren.
Die dunkelste Ecke der Niederlande, mit ganz wenig Lichtverschmutzung, ist südlich und nördlich von Harlingen zu finden. Die Gegend soll ideal für Sternenbeobachtung und für Fans der Polarlichtfotografie sein. Beides liegt uns nicht im Sinn, zumal der Himmel mit Regenwolken verhangen ist. Vielmehr reizt der Stellplatz in Westhoek an der “Waddenherberge The Friezinn” Tipp und das gute Essen dort. Der Platz ist wirklich sehr schön angelegt, sehr ruhig und in unmittelbarer Nähe zum Wattenmeer. Sowohl die Zufahrt als auch die Parzellen sind für Fahrzeuge über 6 Meter nicht geeignet. Das Restaurant hatte aber leider geschlossen, also müssen wir folglich das Abendessen selbst zubereiten.
Nach dem freundlichen Empfang auf dem Stellplatz gehen wir über den Deich. Es ist Ebbe und man kann auf einem erlaubten Beobachtungspfad weit ins Wattenmeer hinausgehen. Aber leider sind keine Vögel dort draußen zu sehen. Im Sturm und Regen gehen wir noch ein Stück auf dem Deich entlang und dann windgeschützt auf der Landseite zurück.
17. Oktober 2025: Groningen
Morgens Sonne – wie schön! Wir erfahren beim Bezahlen, dass die Wattenherberge verkauft wurde und der sympathische Wirt am Jahresende aufhört. Der Nachfolger soll aber auch ein netter Typ sein. Ob der Stellplatz noch weitergeführt wird, war noch nicht klar. Wäre schade, wenn er zugemacht würde.
Wir gehen noch einmal auf den Deich, um das Wattenmeer auch bei Sonnenlicht zu sehen. Dann nichts wie hin zur nächsten Station: nach Groningen. In Groningen gibt es im Stadtpark den sehr idyllisch gelegenen “Camping Stadspark” Tipp. Für einen Besuch der schönen Stadt ein idealer Platz, auf dem man sich richtig wohl fühlt! Die Anfahrt ist aber etwas kniffelig, da man durch den Stadtpark fahren muss, in dem nicht alle Wege für den Autoverkehr frei gegeben sind. Auch die Beschilderung war etwas missverständlich.
Vom Campingplatz hat man durch den Park einen angenehmen, etwas längeren Fußweg in die Stadt. Mit dem Fahrrad geht es aber ruckzuck und man hat die pittoreske Altstadt erreicht. Zwischen dem Hauptbahnhof und dem Stadtzentrum liegt das architektonisch auffällige “Groninger Museum“. Bei einem Stadtrundgang kommt man automatisch am “Vismarkt” und dem “Grote Markt” vorbei. Unbedingt sollt man in das Forum Groningen und über die Rolltreppen hinauf zur Dachterrasse fahren. Von dort liegt einem Groningen zu Füßen. Wieder unten, noch ein kurzer Blick in die Parkgarage am Forum, um eine kunstvoll geschwungene Lichtinstallation zu bewundern.
Zurück am Campingplatz reservieren wir einen Tisch im “Restaurant Eethuys Stadspark” Tipp auf dem Platz. Das Essen ist sehr gut und man bereut es auf keinen Fall, auf das Kochen im Wohnmobil verzichtet zu haben.
Folgenden Stadtrundgang können wir empfehlen:
18. – 19. Oktober 2025: Bad Zwischenahn
Zurück nach Deutschland geht es heute. In Bad Zwischenahn sind wir mit unseren Freunden aus der Nähe von Bremerhaven verabredet. Direkt in Seenähe und am Ortsrand besitzt Bad Zwischenahn einen großen, gut angelegten Wohnmobilplatz. Er ist schon stärker frequentiert, aber um die Mittagszeit haben sich viele Camper wieder auf die Weiterfahrt begeben, die neuen Gäste sind dagegen noch nicht angekommen. So haben wir noch die Auswahl zwischen ein paar freien Plätzen.
Kaum steht Iwan still und die Handbremse ist angezogen, machen wir uns auf den Weg rund um das Bad Zwischenahner Meer. Nach 12 Kilometern ist das Gewässer umrunde, die Dämmerung hereingebrochen und kalt ist es auch geworden. Zeit, es sich im Wohnmobil gemütlich zu machen.
Am nächsten Morgen Sonnenschein! Wir gehen am See entlang in den Kurpark, wo wir mit unseren Freunden verabredet sind. Nach einem Spaziergang entern wir in das “Ristorante Antonio Lava” Tipp. Obwohl das Essen gut und reichhaltig ist, bleibt noch Platz für eine Belgische Waffel mit Eierlikör im gegenüberliegenden Eiscafé San Remo.
20. – 22. Oktober: Am Dümmer See zur Kranichbeobachtung
Nächstes Ziel: der Dümmer See. Hier wohnen auch Freunde. Außerdem rasten im Oktober/November tausende Kraniche in den Mooren um den Dümmer See und fressen sich auf den abgeernteten Maisfelder Reserven für die Weiterreise an.
Schon bei der Anfahrt zum Dümmer sehen wir große Trupps der Vögel auf den Feldern. Wir fahren in einen Feldweg, klappen das Seitenfenster auf und haben einen Logenplatz zum Fotografieren. Leider regnet es mal wieder. Mit Wohnmobil und gebührender Vorsicht ist es einfach, den Kranichen näher zu kommen. Normalerweise ist deren Fluchtdistanz mindestens 300 Meter.
Auf dem Campingplatz Dümmer-See C10 ist ein Plätzchen reserviert, das nach kurzer Wartezeit bezogen werden kann. Dann geht es gleich zu Fuß weiter an das Südufer. Bei der Rückkehr ist es schon dunkel geworden. Lust auf Kochen hat auch keiner mehr. Ein Stück vom Campingplatz entfernt ist die “Bar dü Mar”. Dort können wir zumindest die verbrannten Kalorien nachfüllen.
Der nächste Tag ist wieder grau, kalt, nass. Mit Iwan fahren wir zum Neustätter Moor, dort gibt es einen Beobachtungsturm für Ornithologen. Auf der Fahrt dorthin stehen wieder Kranichtrupps auf den Feldern. Gestern haben wir ja gelernt wie es geht. In eine Seitenstraße fahren, Fenster auf. Auf der einen Seite der stark befahrenen Straße stehen wir – direkt gegenüber die Kraniche. Noch nicht einmal 50 Meter entfernt! Super Bedingungen für Fotos und Beobachtungen. So stehen wir über eine Stunde Auge in Auge mit den Vögeln. Leider sind auch heute die Bedingungen mit dem trüben und grauen Licht nicht optimal.
Auf dem kleinen Parkplatz am Neustätter Moor stehen schon die Autos mehrerer Ornithologen aus den Niederlanden, die wir auf dem Beobachtungsturm auch tatsächlich antreffen. Dort oben gibt es nicht viel zu sehen, schon gar keine Kraniche. Wir bleiben nicht lang, sondern nehmen den Wanderweg durch das Neustätter Meer Tipp unter die Sohlen. Der Weg ist sehr schön! Eine absolute Empfehlung für Naturfreunde.
Kaum am Aussichtsturm zurück, sehen wir direkt vom Weg Kraniche, die zu ihren Schlafplätzen einfliegen. Noch ein kurzer Besuch auf dem Turm und es ist Zeit zurück zu fahren.
Wir treffen uns noch mit unseren Freunden im Restaurant “Hotel Haus am See” Tipp. Die Sonne zeigt sich tatsächlich kurz und scheint durchs Fenster auf unseren Tisch – ein schöner Abschluss des Tages.
Am Neustätter Moor
23. Oktober 2025: Letzte Station Aschaffenburg
Es ist wie verhext! Abreisetag! Wie so oft, ist jetzt das beste Wetter. Zumindest können wir einen letzten Blick auf den sonnigen Dümmer See werfen. Wir schauen noch im Hofladen am Dümmer Tipp vorbei und decken uns mit Proviant ein. Dann auf die Autobahn und in großen Schritten nach Süden. In Aschaffenburg machen wir Halt auf dem Stellplatz am Main. Natürlich regnet es wieder. Große Teile des Platzes stehen unter Wasser, der Rest ist matschig. Wir laufen trotz allem durch Aschaffenburg. Ist ganz nett, aber ziemlich ausgestorben. Vielleicht sind wir auch nach der langen Reise und den vielen tollen Erlebnissen schon etwas verwöhnt – oder auch müde von den zahlreichen Eindrücken.
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