Vom Mittelrhein an die Niederländische Grenze

Der zweite Teil unserer 8-wöchigen Wohnmobiltour durch Deutschland, Niederlande, Frankreich und Belgien beginnt in Bingen und folgt zunächst dem romantischen Oberen Mittelrhein. Am Loreleyblick vorbei kommen wir nach Koblenz, auf die Festung Ehrenbreitstein und weiter nach Remagen. Eine unerwartete Überraschung ist ein Besuch im schönen Bonn. Weiter geht es dann Richtung Westen zur Drover Heide und nach Aachen an die niederländische Grenze.

9. September 2025: Der Lorelyblick

Beim Aufwachen auf dem Stellplatz in Bingen ist es grau und regnerisch. Laut Wetterbericht wird sich das heute auch nicht ändern. Nach dem Frühstück fahren wir den Rhein abwärts zum nächsten Ziel.  Unterbrochen von einem kurzen Fotostopp im Regen an der Burg Pfalzgrafenstein, einem Supermarktbesuch in Oberwesel und einer längeren Umleitung kommen wir am Loreleyblick bei Urbar an. Eigentlich hatten wir vor, im Gasthaus “Loreleyblick Maria Ruh” den Abend bei einem gemütlichen Essen ausklingen zu lassen. Aber leider ist dort wegen einer Veranstaltung geschlossen.

Im Nieselregen gehen wir zum Aussichtspunkt, direkt gegenüber vom Loreley Felsen. Dort steht ein kleiner Pavillon mit Tisch, Sitzgelegenheit und grandiosem Blick auf die Rheinschleife an der Loreley. Auf einem kurzen Rundweg durch Urbar kommen wir an Beckmanns Winzerhaus vorbei. Eine sehr interessante Speisekarte, heute aber leider auch geschlossen. Wir machen es uns im Iwan gemütlich. Nach einer Weile zeigen sich Rehe auf der Wiese am Parkplatz, die wir lange Zeit in aller Ruhe beobachten können.

Gegen Abend kommt endlich kurz die Sonne heraus. DIE Gelegenheit, nochmal einen Blick auf den Rhein zu werfen. Schön, die Aussicht auf Rhein und Loreley bei der untergehenden Sonne! Auf dem Rückweg fährt eine Kolonne von Oldtimern in Richtung Maria Ruh. Eine Oldtimerralley für Mitarbeiter einer Firma. So können wir zur Abwechslung noch ein paar schöne, alte Autos bewundern.

10. September 2025: Über Koblenz nach Remagen

Bei zaghaftem Sonnenschein folgen wir dem Rhein bis nach Koblenz. Vor dem Eingang des Knaus Campingparks ist mittags schon eine lange Warteschlange. Das ist sinnlos, noch auf einen freien Platz zu hoffen. Am Sportplatz vor dem Camping ist noch ein Parkplatz für Iwan frei. Nach kurzer Beratung ist klar: hier bleiben wir, besuchen Koblenz und steuern danach einen Campingplatz in Remagen an. Dort hatten wir gestern für den 11.-13. reserviert, ein kurzes Telefonat und wir haben Glück, dass heute auch schon ein Platz frei ist.

Der Fußweg in die Innenstadt von Koblenz führt über die Balduinbrücke. Von der Brücke blickt man die Mosel hinunter zum Deutschen Eck und hinüber auf die Festung Ehrenbreitstein. Wir gehen gleich weiter zur Kabinenbahn, um über den Rhein und hinauf zur Festung zu gondeln. Auf einem Sitz am Panoramafenster blickt man wunderbar hinunter auf den Rhein, die Mosel und das Deutsche Eck. Oben angekommen gehen wir durch den Festungspark zur “Koblenzer Kante“, eine lohnenswerte Aussichtsplattform. Noch eine schnelle Runde durch den Park bei der Festung, bevor es mit der Gondel zurück nach Koblenz geht. Bei der Talfahrt sitzen wir mit Blick in Richtung Festung, deren Mauern sich den Hang hinab bis fast an den Rhein ziehen.

Von der Talstation schlendern wir in die Innenstadt zur Historiensäule und weiter zum Schloss. Leider ist rund um das Schloss eine einzige Baustelle und wir finden den Eingang zum Schlossvorplatz nicht. Dann zurück in die Stadt zum Cafe im Mittelrheinmuseum. Dort ist der idealee Platz für eine kurze Rast, bevor es weiter durch die Innenstadt geht. An den “Vier Türmen” angekommen, ist es nicht mehr weit zur Liebfrauenkirche und auf den Münzplatz. Über die Balduinbrücke geht es zurück auf die andere Rheinseite, wo wir noch ein paar Graffitis entdecken.

In Remagen bleibt Iwan auf dem Campingplatz “Goldene Meile“, der direkt am Rhein liegt. In der Abendsonne machen wir noch einen Spaziergang am Rheinufer entlang zur “Brücke von Remagen” und weiter bis zum Ortsende. Die bekannte Brücke wurde 1976 abgerissen. Heute sind nur noch die Brückenköpfe auf beiden Rheinseiten erhalten. Auf der gegenüberliegenden Rheinseite ist noch die Tunnelöffnung durch die Erpeler Ley zu erkennen.

11. September 2025: Wanderung von Rolandseck nach Remagen

Mit dem Zug fahren wir  zum Bahnhof Rolandseck. Im alten Bahnhofsgebäude und dem modernen Anbau dahinter ist heute das “Arp Kunstmuseum” untergebracht. Von dort gehen wir entlang des Skulpturenufers zurück nach Remagen. Auf den 14 Kilometern sind 14 Kunstwerke aufgestellt. Bei Oberwinter lohnt es sich, das Rheinufer zu verlassen und durch das schöne, beschauliche Dorf zu schlendern.

Pünktlich um 15:00 sind wir wieder am Campingplatz, zu einer Videoschalte mit unserer Eigentümergemeinschaft.

12. September 2025: Bonn

Remagen liegt sehr verkehrsgünstig. Noch nicht einmal 30 Minuten dauert eine Zugfahrt nach Koblenz oder Bonn. Wir nehmen heute den Zug nach Bonn.

Es sind nur ein paar Schritte vom Bahnhof zum Bonner Münster und dem Münsterplatz. Vor der alten Post grüßt zum ersten Mal Beethoven als Statue die Besucher. Ein Stück weiter steht das Sternen Tor, der letzte Rest der imposanten Stadtmauer. Durch Einkaufsstraßen mit vielen prächtigen Häusern erreicht man den Markt. Staunend stehen wir vor dem Alten Rathaus und dem Sternhotel. Ein Abstecher zum Hofgarten darf natürlich auch nicht fehlen. Danach folgt ein Streifzug durch die Stadt auf der Suche nach StreetArt. Wir kommen dabei auch durch die Breite Straße, bekannt durch die vielen Instagramer, die im Frühjahr dorthin pilgern, um die Kirschblüte zu posten. In der Breiten Straße ist auch das nette Café Camus Tipp,  das sich für eine Kaffee- und Kuchenpause anbietet. Auf dem weiteren Weg kommen wir an die schön gemachte Rheinpromenade Tipp. Die Café Bar Rheinpavillon ist unwiderstehlich mit ihren Liegestühlen direkt am Rheinufer. Der ideale Ort für einen weiteren Aperol.

Wir schlendern danach noch weiter durch die Stadt. Teilweise etwas mühsam, da die Bahnstrecke einspurig zwischen den Häuserreihen mitten durch die Stadt führt und man lange an geschlossenen Bahnschranken warten muss. Oder man macht einen längeren Umweg durch die nächst gelegene Unterführung. Gegen Abend führt uns die Tour an den Bundeskanzlerplatz, am Haus der Geschichte vorbei zur Museumsmeile. Das Kunstmuseum ist schon wegen der Architektur eine Augenweide, hat aber leider schon lange geschlossen. Es ist schon fast dunkel und reichlich frisch. Also Zeit für ein gutes Abendessen. Das gibt es dann auch im Restaurant “Different” TippAm Bahnhof UN Campus können wir dann in den Zug zurück nach Remagen steigen. Auch in der Unterführung an der Haltestelle sind sehenswerte Wandmalereien, mit in einer besonderen Technik gemalten Insekten.

Bonn hat uns sehr gut gefallen. Die historischen Gebäude, die Aufenthaltsqualität am Rheinufer und in der Stadt oder auch die interessanten Ausstellungen auf der Museumsmeile. Wir kommen bald wieder, dann auch mehrere Tage zu einem ausgedehnten Städtetrip.

StreetArt in Bonn

13. September 2025: In der Drover Heide

Heute nehmen wir Abschied von Vater Rhein, wenden uns nach Westen in Richtung Niederländischen Grenze. Eine der schönsten Wasserburgen im Rheintal, die Burg Satzvey, liegt am Weg. Ein schönes Ziel für einen Zwischenstopp. Leider sind an diesem Wochenende Ritterspiele. Das Burggelände mit Wassergraben ist nicht frei zugänglich und 20€ Eintrittsgeld für einen Kurzbesuch ist uns dann doch zu teuer.

So machen wir nur einen kurzen Spaziergang rund um die Burg bevor wir weiter zur Drover Heide fahren. Am Rande des Naturschutzgebietes ist ein großer Wanderparkplatz, der sich auch für eine Übernachtung eignet. Wir laufen entlang des Drover Bachs durch das Nachtigallental, durchqueren einen schönen Birkenwald und gelangen dann auf die freie Heidefläche. Ein “Brettlweg” führt über eine Moorfläche und an mehreren Tümpeln vorbei. Wir hatten die Hoffnung noch etwas von der Heideblüte zu sehen. Obwohl erst Mitte September, ist sie schon fast vorbei und nur vereinzelt blühen noch größere violette Büschel. Schade! In der Mitte des Naturschutzgebietes ist ein kleiner Aussichtshügel: ein schöner Rastplatz mit Panoramablick über die Heide. Viele Pilze schießen schon aus dem Boden – die Vorboten des kommenden Herbsts.

Abends im Iwan planen wir die nächsten Tage. Sobald wir die Niederländische Grenze überschreiten, wollen wir Station in Maastricht machen. Dort gibt es einen schönen Stellplatz am Jachthafen und man kommt einfach mit dem Zug nach Lüttich. Also reservieren wir dort gleich für zwei Nächte.

14. September 2025: Aachen

Gegen Mittag kommen wir auf dem Wohnmobilstellplatz Bad Aachen Tipp an. Um diese Zeit sind noch viele Plätze frei. Gegen Abend ist der Platz aber komplett voll und viele Wohnmobile stehen draußen auf dem Parkstreifen. Vom Stellplatz in die Innenstadt läuft man 2,5 Kilometer und ca. 20-30 Minuten.  Das Marschiertor, ein Rest der alten Stadtmauer, markiert den Übergang in den alten Teil von Aachen. Über den Prinzenhof ist es nicht weit zum Aachener Dom, dem Domhof und der Domschatzkammer. Gleich dahinter liegt der Katschhof, von dem man die imposante Fassade  des Rathauses sieht. Einmal rund ums Rathaus … und man steht auf dem Marktplatz. Hier empfiehlt es sich einen Blick ins Rathaus zu werfen. Nur ein paar Schritte weiter liegt die Körbergasse, sehr beliebt bei Influencern und entsprechend gut besucht. Einen Katzensprung entfernt befindet sich der Römische Portikus. Ein schöner Platz mit vielen Restaurants und Cafés.

Die Altstadt von Aachen ist recht klein und überschaubar. Lange braucht es nicht für einen Rundgang. In der ganzen Stadt verteilt sind noch mehrere orginelle Skulpturen. Wir machen uns auf die Suche nach einigen davon: die Regenschirmdamen, Stelzenläufer, der Durchbruch, der Penn Soldat, das Kehrmännchen, die Lesende und das Printen Mädchen dürfen natürlich auch nicht fehlen. Insgesamt gibt es über 50 Skulpturen zu entdecken.

Wieder zurück am Stellplatz holen wir die Liegestühle heraus und sitzen noch etwas in der Sonne. Abendessen gibt es dann in der “Von Pastor StubeTipp. Leider waren alle Fischgerichte schon ausverkauft, da waren wir etwas zu spät dran. Aber die Fleisch- und Vegigerichte waren auch sehr gut!

Die Tour

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